"Bauämter sitzen fast immer unterm Dach"
Die Verwaltung hat jetzt mehr Platz im Rathaus
Rodenkirchen. "Bauämter sitzen fast immer unterm Dach", weiß Diplom-Ingenieur Gerd Lüers und kann eine Vielzahl von Gemeinden beziehungsweise Stadtverwaltungen aufzählen, bei denen das zutrifft. Seit kurzem gehört auch die Gemeinde Stadland dazu, denn der Ausbau des Dachbodens des Rathauses in Rodenkirchen ist inzwischen abgeschlossen und das Bauamt ist nach oben gezogen. 

Direkt unter dem Dach fühlen sich Gerd Lüers und die weiteren Mitarbeiter des Bauamtes inzwischen pudelwohl. "Endlich haben wir genügend Platz," bemerkt dazu der Verwaltungsangestellte Boris Schierhold.
Bislang war das Bauamt im Obergeschoß des Rathauses in zwei Zimmern untergebracht, ein Zustand, den Gemeinedirektor Werner Schilo beispielsweise immer wieder heftig kritisierte: "Bürgernähe kann man nicht dadurch erreichen, daß einem die Bürger wegen der Raumenge förmlich auf dem Schoß sitzen", sagte er im April des vergangenen Jahres, als der Gemeinderat den Ausbau des Rathausdaches mit Mehrheit beschloß. Dabei wies er auch darauf hin, daß gerade das Bauamt einen starken Publikumsverkehr hat.
Inzwischen können sich die Besucher die Klinke in die Hand geben, ohne daß es eng wird im Bauamt. Insgesamt sechs neue Räume wurden auf dem Dachboden auf einer Fläche von 145 Quadratmetern geschaffen. Dreiviertel des Dachbodens ist nach etwa zehnmonatiger Zeit ausgebaut worden. Das Bauamt selbst beansprucht drei Räume. Während Diplom-Ingenieur Gerd Lüers ein eigenes Zimmer hat, sitzen Bautechniker Heinz Kröger und der Verwaltungsangestellte Boris Schierhold in einem großen Raum zusammen. In einem weiteren Raum ist der für verschiedene Aufgaben zuständige Angestellte Günther Reimers tätig, der allerdings nicht zum Bauamt gehört.
Als besonderen Service bietet die Gemeinde Stadland auch dem Landkreis Wesermarsch als Aufsichtsbehörde einen eigenen Raum an, in dem beispielsweise das Rechnungsprüfungsamt vollkommen ungestört die Bücher der Gemeinde überprüfen kann. Bisher waren diese Kreisbediensteten im Trauzimmer untergebracht und mußten jedesmal ihre Koffen packen, wenn eine Trauung anstand.
Weiterhin gibt es auf dem Dachboden ein Doppelzimmer, das variabel genutzt werden kann. Es kann zu zwei Büros umfunktioniert oder als Konferenzzimmer für bis zu zehn Personen umgestaltet werden. Die Gemeinde hat mit diesem Doppelzimmer nach Angaben von Gerd Lüers die Voraussetzung geschaffen, auch künftigen Aufgaben räumlich gewappnet zu sein. So erwartet Gerd Lüers mittelfristig, daß die Kommunen gezwungen sind, Umweltfachleute einzustellen, weil der Umweltschutz immer größere Bedeutung bekommen wird.
Weiterhin wurde auf dem Dachboden des Rathauses ein Aktenraum geschaffen, in dem sich die Grundstücksregistratur befindet. In dem nicht ausgebauten Teil des Bodens sind ebenfalls Akten untergebracht.
Die neuen Räumlichkeiten sind sowohl über die Treppe als auch mit dem Aufzug zu erreichen, so daß auch Behinderte die Möglichkeit haben, beim Bauamt vorzusprechen. 
Der Ausbau des Dachbodens, der rund 200000 Mark gekostet hat, kommt natürlich nicht nur dem Bauamt zugute. So wurde im Sekretariat, also im Vorzimmer des Gemeindedirektors, Platz geschaffen. Der Verwaltungsangestellte Robby Müller zog aus und sitzt nun in dem Büro, in dem der Verwaltungsangestellte Joachim Hadeler tätig war, der wiederum zusammen mit einem Auszubildenden nun im früheren Bauamt sitzt. Dort hat auch Hausmeister Gerd Oltmanns einen  neuen Raum gefunden. 

Kreiszeitung Wesermarsch, 01. August 1991