| Kleinensiel.
Die Weser macht sich immer breiter. Dies ist deutlich am Kleinensieler
Strand festzustellen, wo sie sich teilweise schon so breit gemacht hat,
daß sie am Weg, der am Strand entlangführt, nagt und diesen
bereits verkleinert hat: Nicht einmal mehr zwei Fahrzeuge können sich
begegnen.
Die
CDU-Gemeinderatsfraktion hat deshalb in einem Antrag an die Gemeinde darum
gebeten, Verhandlungen mit dem Wasser- und Schiffahrtsamt in Bremerhaven
aufzunehmen, damit das Ufer befestigt wird.
Etwa
300 Meter hinter der Einfahrt zum Strandgelände in Richtung Nordenham
ist besonders deutlich zu sehen, mit welcher Kraft und Energie die Weser
sich ausbreitet. Das Befestigungsmaterial des Weges, also Sand, Erde und
große Steinbrocken, sind herausgespült worden und liegen am
Ende des Sandstrandes, an dem sich eine Abbruchkante befindet, die manchmal
über einen Meter hoch ist. An dieser Stelle ist auch deutlich zu sehen,
daß sich das Wasser demnächst schon den gesamten Weg holen wird.
Der
CDU-Fraktionsvorsitzende Günter Busch weiß noch genau, wie es
früher an diesem Strand ausgesehen hat. "Im Jahre 1954," so erinnert
er sich, "haben wir hier als Schüler der Kleinensieler Schule 200
Pappeln gepflanzt, und zwar in einer Reihe, die sich etwa fünf Meter
vom Sandstrand entfernt befand." Diese Pappeln stehen heute nicht mehr.
Günter Busch hebt seinen rechten Arm und zeigt in Richtung Weser:
"Da haben sie gestanden". Tatsächlich befinden sich etwa 15 Meter
vom heutigen Ufer entfernt noch einige Wurzelstümpfe, die das Wasser
noch nicht aus dem Sand herausgerissen hat. Diese Stümpfe sind nur
bei Ebbe zu sehen.
In
knapp 40 Jahren hat die Weser somit etwa 20 Meter Ufer abgebrochen. Günter
Busch weiß aus eigenen Beobachtungen, daß das Wasser immer
schneller Land abbricht und in den Strom hineinzieht. "In den vergangenen
zehn Jahren werden es bis zu zehn Meter gewesen sein," schätzt er.
Ursachen
des verstärkten Uferabbruches sind nach Angaben des CDU-Fraktionsvorsitzenden
die Weservertiefung und die höheren Geschwindigkeiten, mit denen die
Schiffe den Strom befahren. Die Vertiefung des Flusses sei für die
Häfen Brake und Elsfleth und insbesondere für Bremen notwendig
gewesen, weil diese Maßnahme verantwortlich sei für die verstärkten
Uferabbrüche, sei es nun auch erforderlich, den Strand zu schützen,
verlangt der Christdemokrat aus Kleinensiel.
Nach
Ansicht des CDU-Fraktionsvorsitzenden muß auch deshalb dringend etwas
gegen die Abbrüche getan werden, weil sich der Rat der Gemeinde Stadland
einig ist, den Kleinensieler Strand als Naherholungsgebiet für die
heimische Bevölkerung auszuweisen, nachdem die Weserinsel Strohauser
Plate unter Natur- und Landschaftssehutz gestellt worden ist. "Wenn nicht
bald etwas unternommen wird, werden wir den letzten frei zugänglichen
Strand nicht mehr für die Naherholung nutzen können," hebt Günter
Busch hervor.
Aus
diesem Grunde hat die CDU-Fraktion einen Antrag an die Gemeinde Stadland
gestellt, die gebeten wird, sich beim Wasser- und Schiffahrtsamt in Bremerhaven
für eine möglichst rasche Befestigung des dem Bund
gehörenden
Ufers einzusetzen. ums |