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Cuxhaven/Rodenkirchen. Eine Küstenautobahn zu bauen, ist nach Ansicht
der Landräte Martin Döscher und Udo Zempel "eine große
Chance für die nordwestdeutsche Region". Die Schnellstraße würde
von Westerstede im Kreis Wesermarsch zum Wesertunnel und von dort aus quer
durch den Kreis Cuxhaven in Richtung Stade/Hamburg führen.
"Wir
sind für die Küstenautobahn – ohne Wenn und Aber." Landrat Martin
Döscher sprach während einer Podiumsdiskussion am Montagabend
in Rodenkirchen (Kreis Wesermarsch) klare Worte, "denn wir haben die besseren
Argumente".
Es
sei endlich an der Zeit, dass man an der Küste etwas vom finanziellen
Kuchen des Bundes abbekomme. Eine Küstenautobahn sorge für eine
wettbewerbsfähigere Wirtschaft und biete somit auch jungen Leuten
die Möglichkeit, ihr Geld in der Region zu verdienen. "Von Träumern
können wir nicht leben", so der Landrat.
Zum
ersten Male nach über einem Jahrzehnt saßen Befürworter
und Gegner an einem Tisch, um über die Ende des vergangenen Jahres
wieder in die Diskussion gekommenen Schnellstraße zu diskutieren.
"Wer in 20 Jahren eine Autobahn haben will, der muss jetzt schon danach
schreien", steckte Bernd Brünig, Leiter des Straßenbauamtes
Oldenburg, den zeitlichen Rahmen ab.
Diese
Zeit hat die Wirtschaft nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden des Nordenhamer
Hafenbetriebes Rhenus Midgard, Helmut Werner, aber nicht: "Wenn wir so
lange warten, bis die Bundesstraßen verstopft sind, laufen wir der
Entwicklung ständig hinterher." Der Lastwagen bleibe das Arbeitspferd
der Nation. Die Region habe Anspruch auf Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse.
Gila
Altmann (Grüne), Staatssekretärin im Bundesumweltministerium,
erinnerte daran, dass die Bundesregierung zurzeit einen neuen Kriterienkatalog
für die Bewertung von neuen Straßenbaumaßnahmen erarbeitet.
Umweltbelange würden dabei eine zunehmend bedeutendere Rolle spielen.
Die Bundesregierung wolle allein im Verkehrsbereich bis zum Jahre 2005
rund 20 Millionen Tonnen Kohlendioxid einsparen. Dies werde zwangsläufig
eine Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene
bedeuten.
"Schienenverkehr
fördern"
Dafür
sprach sich auch der Landesvorsitzende des Verkehrsclubs Deutschland, Michael
Frömming aus. Sowohl aus ökologischer als auch aus ökonomischer
Sicht sei es nicht gerechtfertigt, jedes Dorf mit einer Autobahn versorgen
zu wollen. Sinnvoller sei es, das Geld umzuleiten für den Schienenverkehr,
der gerade in Niedersachsen stark vernachlässigt worden sei.
Landrat
Martin Döscher hielt davon aber nichts. Die Bahn sei dazu organisatorisch
gar nicht in der Lage. Das habe die Region erlebt. So sei der Intercity
von Bremerhaven abgehängt worden. Auch im Güterverkehr sei die
Bahn nur begrenzt tauglich. Das sei ein weiteres Argument für die
Küstenautobahn. ums |