| Kleinensiel.
Mit der Aufstellung eines Bebauungsplanes will am heutigen Donnerstag abend
die CDU-Fraktion im Stadlander Gemeinderat das Gelände des Kernkraftwerkes
Unterweser "für die Erzeugung, Entwicklung und Erforschung von Energie
durch nichtnukleare Energiegewinnungsanlagen" sichern. Hintergrund des
Antrages ist die Verhinderung des Zwischenlagers für abgebrannte Brennelemente.
Ziel
der beabsichtigten Änderung, so heißt es in dem sechsseitigen
Antrag, "ist die Anpassung der gemeindlichen Bauleitplanung an die veränderten
Ziele der Raumordnung, wie sie aus dem Raumordnungsprogramm des Landes
Niedersachsen vom 2. März 1994 hervorgehen und in dem in der Aufstellung
befindlichen regionalen Raumordnungsprogramm des Landkreises Wesermarsch
konkretisiert werden".
Nachfolgenutzung
Die
beabsichtigte Änderung des Flächennutzungsplanes solle darüber
hinaus dazu beitragen, im Rahmen einer positiven Gesamtkonzeption eine
langfristig gesicherte, zweckmäßige Nachfolgenutzung für
das Gelände des Kernkraftwerkes zu entwickeln, nachdem auf Grund der
Vereinbarung der Bundesrepublik Deutschland und den Energieversorgungsunternehmen
Restlaufzeiten für Kernkraftwerke festgelegt wurden, damit ein Ende
der kommerziellen Nutzung der Kernenergie mittelfristig absehbar sei.
Vorhandene
qualifizierte Arbeitsplätze in der Energiebranche seien angesichts
struktureller Schwächen in der städtebaulichen Entwicklung der
Region Unterweser von besonderer Bedeutung für die Fortentwicklung
der Raumstruktur im Gemeindegebiet. Aus diesem Grunde solle die Erhaltung
dieser Arbeitsplätze durch eine entsprechende bauleitplanerische gefördert
werden.
Kraftwerksstandort
"In
Anerkennung der sich aus der Anpassungspflicht ergebenen Verpflichtung
zur nachträglichen Anpassung von bestehenden Bauleitplänen soll
die Änderung des Flächennutzungsplanes sicherstellen, dass sich
die örtliche Bauleitplanung in Übereinstimmung mit den überörtlichen
Zielen vollziehe", heißt es in der Antrag der CDU weiter, die darauf
hinweist, dass das Raumordnungsprogramm des Landes Niedersachsen für
das Gebiet Unterweser einen Vorrangstandort für nichtnukleare Energiegewinnungsanlagen
ausweist. Im regionalen Raumordnungsprogramm des Landkreises Wesermarsch
sei zudem die Formulierung enthalten, dass der bestehende Kraftwerksstandort
im Rahmen eines möglichen Kraftwerkneubaus für nichtnukleare
Energiegewinnung am gleichen Standort unter Einbindung der bestehenden
technischen Infrastruktur umstrukturiert und gegebenenfalls erweitert werden
solle.
Mit
der Aufstellung eines Bebauungsplanes solle zudem die Möglichkeit
genutzt werden, neben der Aufrechterhaltung des Kraftwerkstandortes eine
Ansiedlung von Gewerbebetrieben zu ermöglichen.
Restlaufzeit
kürzer
Die
CDU-Fraktion befürchtet, dass durch den Bau des Zwischenlagers für
abgebrannte Brennelement, das mit 40 Jahren viel länger stehen soll
als die Restlaufzeit des Kernkraftwerkes Unterweser ist, eine Folgenutzung
des Geländes nicht möglich sein wird. Sie lehnt zudem die dezentrale
Zwischenlagerung ab, weil im Lager Gorleben genügend Stellplätze
für die Castor-Behälter aus dem KKU zur Verfügung stünden.
Die
Gemeinderatssitzung beginnt heute um 19 Uhr und findet in der Rodenkircher
Markthalle statt. |