| Stadland/Petit
Caux. Die Stadlander hatten einen Nachbau der Seefelder Mühle ihren
Freunden aus der Partnergemeinde District du Petit Caux zum zehnjährigen
Bestehen der Partnerschaft geschenkt, diese bedankten sich ebenfalls mit
einer Mühle: Zum großen Festabend ging es ins Moulin Rouge.
Das
Moulin Rouge, die rote Mühle, ist das wohl bekannteste Etablissement
in Paris, wo der wilde Cancan triumphiert. Gastgeber und Gäste fuhren
aber nicht in die französische Metropole, sondern holten das Kabarett
in die Festhalle des District-Hauptortes St.-Martin-en-Campagne.
Schummriges
rotes Licht erwartete die Besucher am Eingang, wo es für die Frauen
Parfüm aus Paris und für die Männer ein kleine Flasche Calvados
gab. Danach nahmen sie an festlich gedeckten Tischen Platz.
Der
offizielle Teil ging schnell über die Bühne. Daniel Joffroy,
Vorsitzender des Komitees erinnerte in seiner kurzen Ansprache an die Personen,
die in den vergangenen zehn Jahren die Partnerschaft mit Leben erfüllt
hätten. Auf französischer Seite nannte er den ehemaligen Präsidenten
des Districts du Petit Caux, Michel Fromentin, auf deutscher Seite den
früheren Bürgermeister Wilhelm Knupp, den verstorbenen Gemeindedirektor
Werner Schilo und den ehemaligen Vorsitzenden des Freundeskreises, Uwe
Stratmann. Während der zehn Jahre der Partnerschaft habe es viele
Glücksmomente gegeben, meinte Daniel Joffroy.
Auch
Petra Leifert als Vorsitzende des Freundeskreises bestätigte das in
ihrer Rede. Sie überreichte Daniel Joffroy eine von der Seefelderin
Meike Janssen angefertigte große Collage, auf der die wichtigsten
Ereignisse der Partnerschaft künstlerisch verewigt sind. Sie selbst
erhielt ein Gemälde, auf dem die Steilküste des Districtes zu
sehen ist. Eine kleinere Ausgabe davon gab es für Edith Zurhold-Duvieuxbourg,
die neben Dr. Hermann Brüning auch dieses Mal als Dolmetscherin tätig
war.
Nachdem
die Vertreter des Districtes ihren Stadlander Freunden zu Beginn der Partnerschaft
eine kleines Segelschiff aus Elfenbein geschenkt hatten, das im Sitzungssaal
des Rodenkircher Rathauses zu bewundern ist, gab es jetzt einen Nachbau
einer 650 Jahren alten Uhr für Bürgermeister Boris Schierhold.
Es handelt es sich um ein ganz wertvolles Geschenk, das die bekanntesten
Uhrmacher Frankreichs angefertigt haben.
Nach
dem kurzen offiziellen Teil gab es ein mehrstündiges Menü mit
kulinarischen Kostbarkeiten aus der Normandie: Spargelsalat mit Hummer,
Leberpastete auf Rosenapfelverzierung, das Allerbeste vom Perlhuhn, Käse
aus der Normandie auf Mischsalat, rote Knusperfrüchte mit Vanilleeis
und einiges mehr.
Viel nackte Haut
Bei
dem fünfgängigen Essen, das bis weit nach Mitternacht andauerte,
war für viel Unterhaltung gesorgt. Eine vierköpfige Folkloregruppe
ging von Tisch zu Tisch und spielte auf. Zauberer, Portraitzeichner und
Scherenschnittkünstler unterhielten und verblüfften die über
200 Gäste ebenfalls.
Danach
war viel nackte Haut zu sehen, so wie es eben auch im Moulin Rouge in Paris
üblich ist. Sänger, spärlich bekleidete Frauen und brav
angezogene Männer, die sich von den Damen im Publikum entkleiden ließen,
sorgten für eine riesige, erotisch knisternde Stimmung.. Natürlich
durfte der berühmte Cancan nicht fehlen.
Nur
die späte Stunde trieb die deutschen Gäste und ihre Gastgeber
schließlich nach Hause. Als es eigentlich schon viel zu spät
war, um ins Bett zu gehen, machten sie sich doch noch auf, denn nur kurze
Zeit später fand in der Kirche von St.-Martin-en-Campagne zum Abschluss
des Besuches ein ökumenischer Gottesdienst mit Pastor Jörg Schierholz
und seinem französischen Kollegen statt.
Weiße Taschentücher
flattern
Danach
hieß es, "Au revoir" zu sagen. Die Abschiedstränen flossen reichlich,
aber selbstverständlich hatte jeder ein weißes Taschentuch dabei,
um sie damit zu trocknen und um damit bei der Abfahrt des Busses zu winken
- eine Geste, die es bereits seit Beginn der Partnerschaft gibt.
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