Ratsherr Lars Kanz kehrt
der CDU den Rücken
Rodenkircher will künftig als
Parteiloser im Gemeinderat arbeiten
Rodenkirchen. Der Rodenkircher CDU-Ratsherr Lars Kanz ist gestern abend für die Öffentlichkeit überraschend aus der CDU ausgetreten und hat Bürgermeister Boris Schierhold mitgeteilt, dass er auch die CDU-Fraktion im Stadlander Gemeinderat verlassen hat.

"Die Gründe liegen im wesentlichen in einem massiv gestörten Vertrauensverhältnis zum Fraktionsvorsitzenden der CDU im Gemeinderat", teilte er mit und meint damit Günter Busch. In den vergangenen Monaten sei es immer wieder zu "parteiinternen Buschkämpfen" gekommen. Die Zusammenarbeit mit der CDU-Rodenkirchen sei dagegen immer positiv und von freundschaftlicher Atmosphäre geprägt gewesen
In einem Gespräch mit der Kreiszeitung Wesermarsch erläuterte der seit dieser Legislaturperiode dem Gemeinderat angehörende Lars Kanz, im Hinblick auf die Kommunalwahl am 9. September seien Dinge gelaufen, die den Charakter von Intrigen hätten und nicht mit der Satzung der CDU vereinbar wären. Er habe zudem Veranstaltungen organisiert, die "von anderen Leuten hintertrieben" worden seien. Öffentliche Maßregelungen des Fraktionsvorsitzenden nach seinen Wortbeiträgen in der Gemeinderatspolitik könne er ebenfalls nicht als gute Zusammenarbeit bezeichnen. Nähere Einzelheiten wolle er aber nicht nennen.
Lars Kanz will zukünftig als unabhängiger und parteiloser Ratsherr "weiter zum Wohle der Gemeinde Stadland wirken", wie er sich ausdrückte. "Dabei stehen für mich die Bürger im Mittelpunkt." Er werde sich nicht an den politischen Grabenkämpfen im Gemeinderat beteiligen. Lösungen, die dem Wohle der Gemeinde dienen, "werde ich selbstverständlich mittragen". Nach wie vor fühle er sich dem bürgerlichen Lager aus Überzeugung weiter angehörig.
Resigniert habe er nicht. Aus diesem Grunde sei es sein Ziel, am 9. September mit einer Unabhängigen Wählergemeinschaft zur Kommunalwahl anzutreten und dafür Mitstreiter zu gewinnen. "Ich habe schon Tipps bekommen, wen ich ansprechen kann", sagte er und gab sich optimistisch, drei Mandate holen zu können. ums

Kreiszeitung Wesermarsch, 27. Januar 2001