Verbrennung "tiefstes Mittelalter"
Wesermarsch-Landwirte fordern 
flächendeckende Impfung gegen MKS
Rodenkirchen. Noch gibt es die Maul- und Klauenseuche nur in Großbritannien, aber Kreislandwirt Peter Cornelius geht davon aus, dass sie "auch zu uns ‚rüberkommt". Er forderte den Bauernverband auf, Druck auf die Bundesregierung und auf Brüssel auszuüben, damit die Tiere dagegen geimpft werden dürfen.

Auch in der Diskussionsrunde nach dem Referat des Generalsekretärs des Deutschen Bauernverbandes, Dr. Helmut Born, forderten zahlreiche Landwirte eine flächendeckende Impfung. Dieser warnte allerdings davor, denn auf Grund der Gesetzeslage dürften dann Molkereien ihre Produkte nicht mehr exportieren. Er plädierte dafür, einen engen Sperrkreis zu ziehen um ein Gebiet, in dem sich ein Verdachtsfall bestätigt und in dem dann die Tiere gekeult werden müssten. In einem größeren Kreis sollten alle Tiere geimpft werden. Aber die Forderung der Wesermarsch-Landwirte werde er mitnehmen und weitertragen.
Sowohl Peter Cornelius als auch Dr. Helmut Born waren sich einig, dass die in Großbritannien vorgenommenen Verbrennungen "tiefstes Mittelalter" seien. Die Situation auf der Insel sei ein kaum vorstellbares Desaster, so Peter Cornelius. Die Temperaturen bei den Verbrennungen seien zudem gar nicht hoch genug, um die Viren zu beseitigen. Weil aber in den vergangenen Jahrzehnten nicht in die Tierkörperbeseitigungsanlagen investiert worden sei, seien diese nicht in der Lage, die Mengen aufzunehmen, betonte Dr. Helmut Born.
Der Geschäftsführer sagte weiter, der Virus, der sich in Großbritannien breit mache, stamme nicht aus Europa, sondern sei aus Asien eingeschleppt worden. Sollten Notimpfungen erforderlich werden, könnten 8,5 Millionen Tiere kurzfristig versorgt werden, da entsprechende Reserven angelegt worden seien. Das Thema Impfungen müsse die EU generell noch einmal neu diskutieren.  ums

Kreiszeitung Wesermarsch, 07. März 2001