| Rodenkirchen.
Die Rodenkircher Lehrerin Elke Kuik-Janssen bleibt Vorstandssprecherin
des Kreisverbandes Wesermarsch von Bündnis 90/Die Grünen. Während
ihrer Kreismitgliederversammlung in Rodenkirchen beschlossen die Mitglieder
zur Kommunalwahl ein Programm zum Thema "Politik für Mädchen
und Frauen".
Neben
Elke Kuik-Janssen gehören dem Vorstand Karin Dialer-Strackerjan aus
Berne und Detlef Puls-Will aus Brake an. Alle Wahlen waren einstimmig.
Ein weiteres Vorstandsmitglied aus dem Norden des Landkreises soll während
der nächsten Versammlung gewählt werden.
Im
beschlossenen Frauenprogramm sprechen sich die Grünen dafür aus,
dass in den Städten und Kommunen mit und für Frauen geplant wird,
denn meistens säßen Männer am Reißbrett, um das Bild
der Gesellschaft zu zeichnen. Im Visier hätten sie vor allem erwachsene,
erwerbstätige und motorisierte Menschen, also Männer. Die Bedürfnisse
und Anliegen von Frauen, Kindern, Jugendlichen, Alten und Minderheiten
würden dabei übersehen. Deshalb müssten fachkompetente Frauen
an den Planungsabläufen beteiligt werden, sie müssten Einfluss
nehmen auf die Bauleitplanung. Frauenorganisationen müssten als Trägerinnen
öffentlicher Belange anerkannt werden und Frauenbeauftragte von Anfang
an in die Planung von Projekten einbezogen werden.
Für
eine Stadt- und Gemeindeplanung, die Frauen gerecht werde, müsse ein
öffentlicher Personennahverkehr entwickelt werden, der auch ohne Auto
mobil mache. Bei der Planung von Baugebieten müssten kurze Wege und
eine Anbindung an den Nahverkehr sichergestellt werden. Der Wohnungsbau
müsse Alleinerziehende, Wohngemeinschaften mit und ohne Kinder sowie
Hausgemeinschaften berücksichtigen und nicht die Durchschnittsfamilie
mit Mutter und Vater sowie ein oder zwei Kindern zum Maß der Dinge
machen. Nötig seien ebenfalls dezentrale und damit wohnortnahe Kinderbetreuungseinrichtungen
mit flexiblen Öffnungszeiten, die eine Berufstätigkeit von Müttern
möglich mache.
Mädchenprojektwochen
Da
Mädchen und Frauen im privaten und öffentlichen Leben immer noch
Angst vor männlicher Gewalt hätten, müsse der Frauennotruf
Wesermarsch finanziell abgesichert werden. Zudem sei eine ortsnahe, konfessionell
unabhängige Schwangerschaftskonfliktberatung mit kontinuierlicher,
fachkompetenter Besetzung in der Wesermarsch erforderlich. Weitere Maßnahmen,
die Mädchen und Frauen stärken, seien erforderlich, wie zum Beispiel
Mädchenprojektwochen. Es müsse aber auch kompetente Jungenarbeit
in der Wesermarsch geben, um ein mögliches Gewaltpotenzial von Jungen
und Männern präventiv angehen zu können. Mädchen und
Frauen müssten sich angstfrei im öffentlichen Raum bewegen können.
Aus diesem Grunde seien ausreichende Beleuchtung und bessere Einsehbarkeit
von Über- und Unterführungen, Fuß- und Radwegen, Haltestellen
und öffentlichen Anlagen erforderlich.
Die
Grünen wollen außerdem die Existenzgründung von Frauen
besonders fördern und sich für den Ausbau und Erhalt von existenzsichernden
Frauenarbeitsplätzen in der Wesermarsch einsetzen. Besonders der öffentliche
Dienst müsse sich seiner Ausbildungsverpflichtung stellen und Mädchen
die gleichen Ausbildungschancen geben wie Jungen. |