Sinnbild der Verbundenheit
Im District du Petit Caux steht nun ein Modell
der Seefelder Mühle
Stadland/Petit Caux. Die Seefelder Mühle, ein Sinnbild der Verbundenheit zwischen den beiden Gemeinden Petit Caux und Stadland, hat jetzt eine Schwester bekommen. Das Modell im Maßstab von 1:5 steht seit dem Wochenende im Hauptort des Districtes, St. Martin-en-Campagne.

Fast das ganze Dorf war auf den Beinen, als die Stadlander ihr Geschenk aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der Partnerschaft überreichten. In seiner Ansprache hoffte Bürgermeister Boris Schierhold, dass beide Mühlen nun reichlich "Ideen-Korn" für die deutsch-französische Partnerschaft mahlen würden. "So wie die Mühlenflügel durch den Wind die notwendige Kraft erhalten, so bekommt unsere Partnerschaft Kraft durch Personen, sie halten sie in Bewegung, ohne sie gäbe es keine Partnerschaft", sagte der Bürgermeister.
Das hob auch Petra Leifert in ihrer Begrüßung hervor. In dieser Partnerschaft seien Menschen vereint, die sich in ihrem Denken, Handeln und ihrer Art unterscheiden, doch "ob angepasst oder alternativ, grün oder schwarz, dick oder dünn, jung oder alt, alle haben das Ziel, die Partnerschaft mit Leben zu erfüllen und ihr eine Zukunft zu geben". Das Stadlander Geschenk solle deshalb ein Zeichen der Verbundenheit zwischen den Gemeinden darstellen, denn die Seefelder Mühle sei schon bei vielen Gelegenheiten Begegnungsstätte zwischen Franzosen und Deutschen gewesen.
"Großartige Botschafterin"
Daniel Joffroy, neuer Präsident des Districtes du Petit Caux und auch Vorsitzender des Partnerschaftskomitees, hob hervor, die Mühle sei bewusst auf dem Grundstück der Grundschule und damit in Nachbarschaft des Rathauses aufgestellt worden. Die Kinder würden nach dem Sinn des Modells fragen und die Erwachsenen hätten so die Verpflichtung, ihnen zu erklären, was für solche internationalen Freundschaften wichtig sei, nämlich Verständnis und Liebe. Dafür sei die kleine Seefelder Mühle eine großartige Botschafterin.
Gerhart Krutschinna, einer der Erbauer des Modells, erklärte die technischen Details: "In dieser Mühle sind eine ganze Reihe von Teilen eingebaut, die zu Transportfahrzeugen gehören, mit denen wir zueinander kommen können." Vom Fahrrad nannte er die Kette, den Freilauf, den Kettenspanner und die Zahnräder, vom Auto eine Achse, die Handbramse, die Felge und den Keilriemen, der mit Hilfe eines Scheibenwischermotors die Flügel bei Windstille antreibt. Die blau-rote Farbe der Windrose, so Gerhart Krutschinna weiter, symbolisiere nicht nur die Farben des Regierungsbezirks Oldenburg, sondern ergebe mit dem Weiß der Konstruktion auch die Farben der Trikolore, was ein weiteres verbindendes Element darstelle.
In launigen Worten erklärte Gerhart Krutschinna die Mühlensprache, also die Flügelsignale. Die Trauerstellung beispielsweise signalisiere, dass der Weinkeller des Bürgermeisters leer sei und jeder Bürger sofort eine Flasche im Rathaus abzuliefern habe. Damit die Mühle auch ohne Wind immer in Betrieb sei, so wie die Freundschaft zwischen Stadland und dem District, überreichte er dem District-Präsidenten Daniel Joffroy und dem neuen Bürgermeister von St. Martin-en-Campagne, Bernard Defoy, einen großen Schlüssel zum Aufziehen der Mühle.  ums

Das Mühlenmodell im District du Petit Caux
Gerhart Krutschinna als einer der Erbauer stellte das Modell in seinen technischen Einzelheiten vor.
Kreiszeitung Wesermarsch, 15. Mai 2001