Werbegemeinschaft: 
Gemeinde muss Zeichen setzen
Einzelhändler fühlen sich in ihrer Existenz bedroht – Ausschuss stellt bis zu 100 000 Mark für Planungskosten zur Verfügung
Rodenkirchen. "Die Gemeinde muss klare Zeichen setzen", das sagte Gunnar Meier von der Werbegemeinschaft Stadland während der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses. Er wünschte sich, dass mit den ersten Maßnahmen zur Ortsgestalten bereits vor Inbetriebnahme der Ortsumgehungen begonnen wird.

Die Werbegemeinschaft unterstützt nach seinen Angaben die vom Oldenburger Planungsbüro erarbeiteten Vorschläge. Der Verkehr in Rodenkirchen werde nach Inbetriebnahme der Ortsumgehungen um zwei Drittel zurückgehen. Aus diesem Grunde seien viele Einzelhändler in ihrer Existenz bedroht. Da es kaum noch Durchgangsverkehr geben werde, würden viele potenzielle Kunden wegbrechen.
Dies könne nur dadurch aufgefangen werden, Rodenkirchen attraktiver zu machen. Und im Vergleich zu anderen Orten habe Rodenkirchen dringend Nachholbedarf. Aus diesem Grunde müssten jetzt die Chancen beim Schopfe gepackt werden. Die Gemeinde dürfe die Maßnahmen zur Verschönerung des Ortsbildes nicht auf die lange Bank schieben.
Das will sie auch nicht. Im Haushalt für dieses Jahr sollen 80 000 bis 100 000 Mark eingestellt werden. Im Zusammenhang mit dem Dorferneuerungsprogramm muss zudem bis zum 1. April ein Arbeitskreis gegründet sein, der die einzelnen Maßnahmen ausarbeitet.
Schularbeiten
Im Vorfeld muss sie allerdings auch noch einige Schularbeiten erledigen. SPD-Ratsherr Horst Steenken wies darauf hin, dass im Vorfeld geklärt werden müssen, welche Kosten auf die an der Ortsdurchfahrt befindlichen Grundstückseigentümer zukommen werden.
Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Günter Busch meinte, in Versammlungen sollte die Stimmung unter den Grundstückseigentümern festgestellt werden, zumal sie durch das Dorferneuerungsprogramm die Möglichkeit hätten, ihr Eigentum mit Zuschüssen zu verschörnern. Günter Busch kritisierte, dass Horst Steenken im Bürgermeisterwahlkampf den Anliegern der Ortsdurchfahrt versprochen habe, sie würden an den Kosten nicht beteiligt.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende machte weiter deutlich, dass sich nach der Inbetriebnahme der Ortsumgehungen die Wohnqualität in Rodenkirchen verbessern werde, für die Geschäftswelt würden sich allerdings zwangsläufig Einbußen ergeben. Aus diesem Grunde dürfe die Gemeinde Stadland totz der miserabelsten finanziellen Situation seit über zwei Jahrzehnten nicht sagen, sie investiere nicht mehr in die Verschönerung des Ortsbildes.

Kreiszeitung Wesermarsch, 27. Januar 2001