"Unterschriften folgen später"
Aktion Z richtet Vorwürfe an e.on
Rodenkirchen. Die Aktion Z, die Bürgerinitiative gegen das Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente beim Atomkraftwerk Unterweser, hat darauf hingewiesen, dass der zwischen der Bundesregierung und der Energiewirtschaft ausgehandelte Atomkonsens bisher von den Stromerzeugern noch nicht unterschrieben wurde, also auch nicht von der e.on.

Deren Pressesprecherin Dr. Petra Uhlmann bestätigte das auf Nachfrage der Kreiszeitung Wesermarsch. Das sei auch überhaupt gar kein Geheimnis, meinte sie. Die Bundesregierung werde auf der Grundlage der erreichten Verständigung einen Entwurf zur Novelle des Atomgesetzes erarbeiten. Die endgültige Unterzeichnung der Vereinbarung erfolge nach Abschluss dieses Gesetzgebungsverfahrens, sagte sie und wies darauf hin, dass unter anderem auch die e.on schon im Sinne der Regierung handle, auch wenn der Vertrag noch nicht verabschiedet sei.
Jürgen Janssen von der Aktion Z sieht das anders: "Während die Bundesregierung bereits dabei ist, den Atomkonsens umzusetzen, denkt die e.on nicht daran, das Papier rechtskräftig werden zu lassen." Auch die Mitglieder des Stadlander Gemeinderates sollten nicht glauben, dass sie jetzt in einer Art vorauseilendem Gehorsam den Ausstiegskompromiss umsetzen müssen, indem sie den Bau eines Zwischenlagers in der Gemeinde ermöglichen. Damit treffe die Gemeinde Stadland in Vorleistung, ohne dass e.on die Bereitschaft zur Unterschrift zeigt, ergänzte Hinrich Brader.
"Was geschieht eigentlich, wenn der Ausstiegs-Kompromiss nicht zu Stande kommt? Bleibt das Zwischenlager dann in der Gemeinde für sehr viel längere Zeit und wird zum Endlager?" fragte Jürgen Janssen abschließend. ums

Kreiszeitung Wesermarsch, 01. März 2001