| Rodenkirchen.
Die Rodenkircher sind zwar durchaus bereit, bei der Dorferneuerung mitzumachen,
doch für Straßenbaumaßnahmen wollen sie nicht zu den Anliegerkosten
herangezogen werden. Das war der Tenor einer Bürgerversammlung der
Gemeinde Stadland in der Markthalle mit rund hundert Besuchern.
Nachdem
der Ort in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen worden ist, hatte die
Gemeinde zu der ersten Versammlung eingeladen, die der Information diente.
Bürgermeister
Boris Schierhold bezeichnete sie als "wichtigen Moment", denn täglich
könne man sich vom Baufortschritt an den Umgehungsstraßen überzeugen.
Rodenkirchen stehe also vor gravierenden Veränderungen, da es von
Verkehr entlastet werde. Durch die Aufnahme in das Dorferneuerungsprogramm
könnten sowohl öffentliche als auch private Maßnahmen mit
Zuschüssen finanziert werden.
Bernhard
Ellberg, Leiter des Amtes für Agrarstruktur in Oldenburg, über
die die Dorferneuerung abgewickelt wird, stellte das Programm vor. Ziel
sei es unter anderem, Impulse für eine zukunftsorientierte Entwicklung
des Ortes zu schaffen, die typischen Elemente des Dorfes zu stärken
und die traditionellen Werte für die Zukunft zu sichern. Das Umfeld
werde verbessert, die Lebensbedingungen könnten attraktiver gestaltet
werden. Außerdem trage die Dorferneuerung dazu bei, die innerörtliche
Gemeinschaft zu stärken.
Wenn
durch den Arbeitskreis nach etwa ein Jahr die Planungsphase mit der Fertigstellung
des Dorferneuerungsplans abgeschlossen sei, so führte der Amtsleiter
weiter aus, müsse es einen Ratsbeschluss geben. Danach werde der Plan
dem Amt für Agrarstruktur vorgelegt, der diesen mit einer Stellungnahme
der Bezirksregierung vorlege. Diese genehmige den Plan und setze auch den
Förderzeitraum fest, der in der Regel sieben Jahre betrage. Auch der
finanzielle Rahmen werde durch die Bezirksregierung abgesteckt. Gleich
nach der Genehmigung könnten dann auch die Anträge auf Bezuschussung
von Maßnahmen gestellt werden.
Förderungswürdig
seinen unter anderem die Verbesserung der innerörtlichen Verkehrsverhältnisse,
die Sanierung innerörtlicher Gewässer oder Baumaßnahmen
zur Erhaltung der dörflichen Bausubstanz, wie zum Beispiel die Erneuerung
von Hausfassaden. Für öffentliche Maßnahme gebe es Zuschüsse
in Höhe von bis zu 50 Prozent, private Maßnahmen könnten
mit 30 Prozent gefördert werden, führte Bernhard Ellberg aus.
Nach
Angaben von Carsten Zippel vom Oldenburger Planungsbüro P III sind
das Zentrum von Rodenkirchen, die alten Ortsteile wie Absen und Strohausen,
die Häuserzeilen entlang der Markt- und Langen Straße, Mittenfelde,
Rodenkircherwurp, Rodenkircherfeld und Hakendorperwurp ins Dorferneuerungsprogramm
aufgenommen worden. Anhand einer Fotos "fuhr" er mit den Besuchern durch
die Ortschaften und regte einige sinnvoll erscheinende Maßnahmen
im Rahmen der Dorferneuerung an. So meinte er, dass der Stadlander Platz
als Kreuzungspunkt der Bundesstraßen 212 und 437 zu einem deutlich
erkennbaren Ortsmittelpunkt umgebaut werden könnte.
An
Kosten, die durch den Ausbau von Straßen entstehen, möchten
die Anlieger allerdings nicht beteiligt werden, machten sie in der Diskussionsrunde
deutlich. Bürgermeister Boris Schierhold betonte, grundsätzlich
seien auf Grund der Satzung aus dem Jahre 1994 Anlieger an den Kosten zu
beteiligen, aber es gebe Möglichkeiten, das zu ändern. Auch SPD-Ratsherr
Horst Steenken und der CDU-Fraktionsvorsitzende Günter Busch betonten,
es sei wichtig, die Anlieger nicht zu Kasse zu bitten. ums |