| Rodenkirchen.
Vor der Ratssitzung haben sich Landwirte sowie die Mitglieder der Bürgerinitiativen
Aktion Z aus Rodenkirchen und Bremerhaven an der Rodenkircher Markthalle
versammelt, um gegen das Atommüll-Zwischenlager zu protestieren. Ein
Trecker-Konvoi durch Rodenkirchen mit 60 Fahrzeugen legte den Verkehr in
der Ortsmitte lahm.
Die
Bremerhavener Aktion Z hatte auf einem Lastwagen den originalgetreuen Nachbau
eines Castor-Behälters mitgebracht und ihn an der Halle aufgestellt.
Hinrich
Brader, 1. Vorsitzender des Landvolkvereins Rodenkirchen/Golzwarden/Esenshamm
sagte, wenn auch nur in kleinsten Mengen Radioaktivität austreten
würde, könnten die Landwirte ihre Produkte nicht mehr absetzen.
Darüber hinaus stünden Gesundheit, die Heimat, die Betriebe und
Arbeitsplätze sowie das Ansehen der Gemeinde auf dem Spiel. Auch ohne
Unfall müsste die Landwirtschaft einen Imageverlust für ihre
Produkte befürchten. Wenn die Landwirtschaft den Vorgaben der neuen
Agrarpolitik folgen und mehr ökologischen Landbau betreiben solle,
sei es den Verbrauchern nur schwer zu vermitteln, dass dieses im Schatten
einer nach allen Seiten hin offenen Castorhalle geschehe.
Zukunft der Kinder
Silke
Fasting betonte, es gehe um die Zukunft der Kinder. Als Mutter könne
sie gegenüber ihren Kindern nicht vertreten, nichts gegen das geplante
Zwischenlager unternommen zu haben. Ute Hillje sagte, sie habe Angst vor
der Bedrohung durch Strahlen. Über das Zwischenlager würden im
Gemeinderat zum größten Teil Männer entscheiden, die gar
nicht mehr miterleben würden, wann das tatsächliche Ende dieses
Lagers erreicht sei. "Unsere Kinder werden kurz vor dem Rentenalter stehen",
so die Sürwürderin, die die Kommunalpolitiker aufforderte, andere
Möglichkeiten für Steuereinkünfte und Arbeitsplätze
zu schaffen.
1155 Unterschriften
Jürgen
Janssen hob hervor, die Aktion Z habe innerhalb kürzester Zeit über
1000 Unterschriften, hauptsächlich aus Stadland, gegen das geplante
Zwischenlager sammeln können. Später übergab Elke Mathiszig
dem Ratsvorsitzenden Udo Zempel 1155 Unterschriften. Einige hatte sie noch
am Abend sammeln können.
Jörn
Roggenkamp von Greenpeace aus Bremerhaven kritisierte, die ungelöste
Atommüllproblematik werden auf dem Rücken derer ausgetragen,
die noch nicht geboren oder noch sehr klein seien. Es dürfe kein weiterer
Atommüll mehr in Deutschland produziert werden. ums |