| Kleinensiel.
"Von allen Standorten macht es uns Stadland zurzeit am schwersten", stellte
gestern die e.on-Pressesprecherin Dr. Petra Uhlmann im Zusammenhang mit
dem Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente fest. Dass die Gemeinde
das Umweltinstitut München mit der Begutachtung der Genehmigungsunterlagen
beauftragt habe, nehme e.on-Kernkraft mit Befremden zur Kenntnis.
Natürlich
gebe es unterschiedliche Meinungen zur friedlichen Nutzung der Kernenergie,
so Dr. Petra Uhlmann, aber das rechtfertige keine Verfälschung von
Fakten. Das aber wirft die e.on-Kernkraft dem Umweltinstitut München
vor, das sich als gemeinnütziger Umweltschutzverein nach der Reaktorkatastrophe
von Tschernobyl gegründet hat. Ziel des Vereins sei der sofortige
Ausstieg aus der Kernenergienutzung. Das Umweltinstitut München könne
deshalb kein neutraler und unabhängiger Begutachter. "Wie das Ergebnis
des Gutachtens aussieht, ist jetzt schon klar", so die e.on-Pressesprecherin.
Fragenkatalog
Im
Rahmen des atomrechtlichen Genehmigungsverfahrens hatte die Gemeinde Stadland
mit der Begutachtung der Genehmigungsunterlagen das Umweltinstitut in der
bayerischen Metropole beauftragt. Es soll Stellung nehmen zu dem von der
e.on Kernkraft vorgelegten Sicherheitsbericht und zur Umweltverträglichkeitsstudie.
Eine Darstellung des Vorhabens, die Beschreibung der Anlagenkonzeption
und der Umweltsituation am geplanten Standort, eine Prognose und Beurteilung
möglicher Umweltauswirkungen durch das Vorhaben sowie Maßnahmen
zur Vermeidung, Verminderung oder zum Ausgleich von Umweltauswirkungen
gehören zu diesem Papier. Darüber hinaus hatte die Gemeinde Stadland
dem Umweltinstitut eine Reihe von Fragen zur Beantwortung zugeschickt,
die sich aus den Gemeinderatssitzung am 1. Februar und 1. März sowie
aus öffentlichen Veranstaltungen zum Thema Zwischenlager ergeben hatten.
"Uns
ist das Umweltinstitut München gut bekannt durch immer wieder neue
Gutachten zu Leukämieerkrankungen in der Umgebung bayerischer Kernkraftwerke",
so Dr. Petra Uhlmann. Dazu seien Gutachten renommierter Wissenschaftler
neu bewertet worden. Um das angestrebte Ergebnis, nämlich eine Häufung
von Leukämieerkrankungen in der Nähe bayerischer Kernkraftwerke,
zu erzielen, seien beispielsweise Vergleichsstandorte, die nicht zum gewollten
Ergebnis passten, einfach weggelassen worden. "Solche Gutachten sorgen
für eine enorme Verunsicherung der Bevölkerung, was sicherlich
nicht unbeabsichtigt ist, aber bleiben trotzdem unwissenschaftlich", sagte
Dr. Petra Uhlmann. Dem Umweltinstitut scheine jedes Mittel recht zu sein,
um die Kernenergienutzung in Misskredit zu bringen.
Eine
Bewertung des geplanten Zwischenlagers erfolge im Genehmigungsverfahren
durch das Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter. Es werde das
Bauvorhaben umfangreich und sorgfältig prüfen und die Eignung
der Lagerhalle für die Aufbewahrung von abgebrannten Brennelementen
bewerten. Erst wenn diese Eignung zweifelsfrei gegeben sei, werde eine
Genehmigung erfolgen, hob Dr. Petra Uhlmann hervor und merkte an, dass
das Bundesamt für Strahlenschutz nicht im Ruf stehe, kernenergiefreundlich
zu sein. ums |