Junge Union verlangt Rücktritt 
von Günter Busch
"Ungeheuerlicher Sumpf von Abhängigkeiten"
Rodenkirchen. Mit "tiefem Bedauern" hat die Junge Union Stadland zur Kenntnis genommen, dass der langjährige JU-Vorsitzende und Ratsherr Lars Kanz seine Arbeit in Reihen der CDU-Fraktion im Stadlander Gemeinderat nicht mehr fortsetzen wird, stellte der Vorsitzende Marcus Lübken fest und verlangte den Rücktritt des Fraktionsvorsitzenden Günter Busch.

Die Junge Union habe aber zugleich Verständnis für die Beweggründe und Motive, die hinter diesem schweren persönlichen Entschluss stünden. So müsse sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Günter Busch fragen lassen, ob "seine nach Gutsherrenart getroffenen Entscheidungen, seine Beratungsresistenz in der Sache und die unerträglichen Kungeleien im Hintergrund" der Ausdruck eines vernünftigen Politikstils sei.
"Vor der Kommunalwahl 1996 habe ich selbst frühzeitig meine Bemühungen eingestellt, mich weiter im Wahlkampf zu engagieren. Denn insbesondere im Ortsverband Kleinensiel war Günter Busch nicht davon zu überzeugen, junge Menschen zu fördern, die sich nicht seinem Absolutheitsanspruch unterzuordnen bereit waren", so Marcus Lübken.
Wer Fraktionssitzungen am Montag morgen abhalte, habe kein Interesse daran, neue und unbequeme Köpfe in die Fraktionsarbeit zu integrieren. Wer immer wieder hinter dem Rücken anderer agiere, nicht der Sache, sondern seines Machtanspruches wegen, der könne und dürfe nicht als Funktionsträger einer Partei und einer Gemeinderatsfraktion auftreten, die auch öffentliche Interessen zu vertreten habe. Es gehe um das Wohl der Gemeinde, dem nicht damit gedient sei, potenzielle Nachfolger schon im Vorfeld auszuschließen, sagte Marcus Lübken und sprach von einem "ungeheuerlichen Sumpf von persönlichen Abhängigkeiten und Verletzungen".
Für die Junge Union Stadland verlangte Marcus Lübken den Rücktritt des Fraktionsvorsitzenden Günter Busch, um der Fraktion sowie der gesamten CDU in Stadland einen schon lange notwendigen inhaltlichen und personellen Neuanfang zu ermöglichen.

Kreiszeitung Wesermarsch, 31. Januar 2001