| Kleinensiel.
Der Beschluss der SPD-Kreistagsfraktion, nicht über das geplante KKU-Zwischenlager
zu entscheiden, zeige deutlich, dass die Fraktion nicht mehr in der Lage
sei, Entscheidungen für die Bürger zu treffen. Das hat die Stadlander
CDU-Fraktion nach Angaben ihres Vorsitzenden Günter Busch während
ihrer jüngsten Sitzung festgestellt.
Offensichtlich
habe die SPD-Kreistagsfraktion erkannt, dass sie mit ihrer Zustimmung zur
Lagerhalle für abgebrannte Brennelemente keine Mehrheit finde und
wolle die Entscheidung nun an die Verwaltung zurückgeben. Anstatt
die Belange der Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Wesermarsch
zu berücksichtigen, stelle sie aus parteipolitischen Gründen
die Politik der Bundesregierung in den Vordergrund, so Günter Busch.
Trotzdem
habe die CDU-Fraktion den Landrat Udo Zempel aufgefordert, von seinem Recht
als Vorsitzender des Kreistages Gebrauch zu machen und das Thema für
die nächste Kreistagssitzung auf die Tagesordnung zu setzen, damit
dieses Gremium entscheiden könne. Dies habe auch der Stadlander Gemeinderat
in zwei Abstimmungen getan.
"Hinreichende
Kenntnisse"
Günter
Busch wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Landrat Udo Zempel im
vergangenen Herbst für seine Kreistagsfraktion die Erklärung
abgegeben habe, dass eine Entscheidung über das Zwischenlager nicht
der Verwaltung überlassen sollte.
Sicherlich
sei zu berücksichtigen, dass die politischen Gremien auf unterster
Ebene sehr oft Entscheidungen treffen müssten, obwohl sie die eigentlich
dafür notwendige Fachkompetenz nicht hätten, sagte Günter
Busch. In einem solche Falle könne man sich dann aber Sachverständigen
und Gutachtern bedienen. So habe es auch die Gemeinde Stadland getan. Mit
finanzieller Beteiligung der Stadt Nordenham sei das Umweltinstitut München
mit einem Gutachten über die Lagerhalle beauftragt worden. Dieses
habe die Ablehnung des Projektes empfohlen. Als Mitglied des Stadlander
Gemeinderates habe Udo Zempel also hinreichende Kenntnisse über die
Problematik, ebenso ein weiterer Kreistagsabgeordneter, der dem Gemeinderat
angehört sowie die Nordenhamer SPD-Stadtratsmitglieder, die auch im
Kreistag tätig seien.
Günter
Busch wies die Behauptung von Udo Zempel, das Kernkraftwerk Unterweser
müsse 2004 den Betrieb einstellen, wenn es kein Zwischenlager gebe,
als falsch zurück. In Gorleben gebe es ein Zwischenlager, das genutzt
werden könnte. ums |