Klaus Dollerschell ist der 
SPD abhanden gekommen
Austritt endgültig - Fortsetzung der Arbeit als Zählgemeinschaft möglich
Rodenkirchen. Der Austritt des Rodenkircher Ratsmitgliedes Lars Kanz aus der CDU-Fraktion bringt der SPD mehr Macht ein. Sie hat nun wieder die Mehrheit im Verwaltungsausschuss. Oder auch nicht, denn den Sozialdemokraten ist plötzlich das Mitglied Klaus Dollerschell abhanden gekommen.

Der ehemalige Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Seefeld ist nicht mehr Mitglied in der Sozialdemokratischen Partei. Bereits im Mai des vergangenen Jahres hatte er seinen Parteiaustritt, dieses aber trotz der Bestätigung des jetzigen Ortsvereinschefs Klaus-Dieter Luther immer wieder bestritten.
"Wer uns schreibt, er will kein Mitglied mehr sein, ist kein Mitglied mehr, das ist in jedem Verein so", sagte gestern der Geschäftsführer des SPD-Unterbezirks Delmenhorst, Lars Ehlers, auf Anfrage der Kreiszeitung Wesermarsch. So habe auch die Bezirksschiedskommission der Partei entschieden.
Keine Lösung gefunden
Lars Ehlers sagte weiter, die SPD habe versucht, eine Lösung für Klaus Dollerschell zu finden. Er habe in einem anderen Stadlander Ortsverein Mitglied werden sollen. Doch das sei nicht möglich gewesen. Die Partei habe deshalb den Austritt bestätigen müssen und Klaus Dollerschell gleichzeitig nahe gelegt, doch noch einmal das Gespräch mit dem SPD-Ortsverein Seefeld zu suchen.
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Günter Hespos stellte gestern fest, Klaus Dollerschell habe Ärger im Ortsverein Seefeld, nicht aber in der Gemeinderatsfraktion. Aus diesem Grunde habe sie ihm das Angebot gemacht, als Zählgemeinschaft weiter mitzuarbeiten. Eine Zusage gebe es aber noch nicht. Er habe gesagt, er wollen noch eine Nacht darüber schlafen, sagte Günter Hespos, der deshalb für den heutigen Mittwoch eine Nachricht von Klaus Dollerschell erwartet.
Geht der Seefelder eine Zählgemeinschaft mit der SPD ein, dann bedeutet der Austritt von Lars Kanz aus der CDU-Fraktion, dass die Sozialdemokraten künftig vier Mitglieder und damit die Mehrheit im Verwaltungsausschuss haben. Die CDU müsste ihr einen Sitz abgeben. Die SPD würde zudem fünf statt bisher vier Ausschussvorsitze zugesprochen bekommen.
Wenn sich Klaus Dollerschell aber gegen das Angebot der Sozialdemokraten entscheidet, dann ist deren möglicher Machtgewinn wieder flöten.  ums

Kreiszeitung Wesermarsch, 31. Januar 2001