| Rodenkirchen.
Im Engagement gegen das Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente
auf dem Gelände des Kernkraftwerkes Unterweser (KKU) in Kleinensiel
rüstet sich die Aktion Z zurzeit für die alles entscheidende
Runde, denn ab dem 14. Juni findet der Erörterungstermin in der Rodenkircher
Markthalle statt.
Der
Bürgerinitiative fehlt es allerdings an Geld, aus diesem Grunde hat
sie jetzt einen Spendenaufruf gestartet
"Denn
als normaler Bürger hat man eigentlich gar keine Chance, sich gegenüber
den zahlreichen Experten zu behaupten", berichtet Helga Rinsky von der
Aktion Z. Sie war bereits bei den bereits stattgefundenen Erörterungsterminen
des Bundesamtes für Strahlenschutz in den Atomgemeinden Brokdorf und
Brunsbüttel dabei, um sich einen Eindruck zu verschaffen, was auf
den Tag genau ein Jahr nach der Paraphierung des Atomkonsenses zwischen
der rot-grünen Bundesregierung und den Energieerzeugungsunternehmen
am 14. Juni in Rodenkirchen beginnen wird. "Ohne Physiker und Juristen
haben wir keine Chance, in diesem Verfahren zu bestehen", stellt sie fest.
Die Aktion Z geht davon aus, dass er Erörterungstermin etwa fünf
Tage dauern wird.
Elke
Kuik-Janssen beschreibt die Situation so: "Wir haben nicht die Möglichkeit,
uns Gutachter und Institute einzukaufen, die von Stromkosten bezahlt werden."
Dabei verkennt sie nicht, "dass über 17 500 Unterschriften, die gegen
das geplante Zwischenlager gesammelt worden sind, eine große Verantwortung
für die Aktion Z sind". Elke Kuik-Janssen: "Sie haben uns einen Auftrag
erteilt, den wollen wir erfüllen."
Berufliche Verpflichtungen
Ungleichheit
bei dem anstehenden Verfahren stellt auch Elke Mathiszig fest: "Wir müssen
in unserer Freizeit gegen das Zwischenlager kämpfen, die, die dafür
sind, werden dafür bezahlt." Hinzu kommt ihrer Meinung nach die Tatsache,
dass viele Aktivisten der Aktion Z auf Grund ihrer beruflichen Verpflichtungen
gar nicht in der Lage seien, den Erörterungstermin von Anfang bis
Ende wahrzunehmen.
Experten,
also Atomphysiker, Rechtsanwälte und andere Fachleute sollen deshalb
die Aktion Z in diesem mehrtägigen Verfahren vertreten. "Doch die
kosten uns über 10 000 Mark", berichtet Helga Rinsky.
Geld
somit, das die Aktion Z nicht hat. Gerade einmal 2000 Mark befinden sich
zurzeit auf dem Konto der Bürgerinitiative. Weiteres Geld ist der
Aktion Z durch den Ortslandvolkverein Rodenkirchen/Golzwarden/Esenshamm
und durch den Kreislandvolkverein Wesermarsch zugesichert worden, berichtet
der ehemalige Landwirt Dierk Dettmers. Ortslandvolk und auch der Kreisverband
würden in die Kasse greifen, um ihre Betroffenheit zu dokumentieren.
Weitere
Anfragen nach finanzieller Unterstützung habe die Aktion Z inzwischen
an einige Umweltverbänden geschrieben, hob Helga Rinsky hervor, doch
das werde nicht ausreichen, um die Kosten des Erörterungstermins zu
bestreiten.
Die
Aktion Z hat deshalb bei der Raiffeisenbank Rodenkirchen ein Spendenkonto
mit der Nummer 2512 751 905 eingerichtet. Die Bankleitzahl lautet 282 626
73. Sollte mehr Geld als benötigt eingehen, will die Bürgerinitiative
den überschüssigen Betrag verwenden, um eventuell eine Klage
gegen einen Genehmigungsbescheid des Bundesamtes für Strahlenschutz
einzureichen, hebt Helga Rinsky hervor. Sie rechnet damit, dass eine Entscheidung
über das Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente etwa in
anderthalb Jahren vorliegt. ums |